Ende April 2024 ging es für mich auf in die Niederlande. Eine Woche lang begleitete ich die Südholland Reise mit der MS Normandie – ein echter Klassiker unter unseren Originalreisen. Gemeinsam mit meiner Begleitung reisten wir bereits am Freitagabend an, um ganz entspannt die Reise zu starten.
Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg zum Anleger. Dort wartet bereits die MS Normandie, die für die kommende Woche unser schwimmendes Zuhause sein wird.
Nach und nach treffen auch die anderen Gäste ein. Fahrräder werden vorbereitet, Koffer verstaut und die ersten Gespräche entstehen an Deck. Am Abend versammelt sich die Gruppe im Salon zur Begrüßung durch die Crew. Bei einem Glas Sekt gibt es einen ersten Überblick über die kommende Woche, bevor wir gemeinsam das erste Abendessen an Bord genießen.
Am Abend lassen wir den Tag ruhig ausklingen und freuen uns auf die erste Etappe durch Südholland am nächsten Morgen.
Windmühlen, Wasserwege und die erste Etappe
Am nächsten Morgen beginnt der erste Radtag unserer Reise. Nach dem Frühstück werden die Fahrräder startklar gemacht, und schon kurz nach dem Ablegen geht es los Richtung Dordrecht.
Schon nach wenigen Kilometern zeigt sich die typische Landschaft Südhollands: flache Deiche, weite Wiesen und unzählige Kanäle, die sich durch die Landschaft ziehen. Die Radwege sind hervorragend ausgebaut und machen das Fahren angenehm entspannt.
Ein besonderes Highlight auf dieser Etappe sind die berühmten Windmühlen von Kinderdijk. Die historische Mühlenreihe gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe und zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Niederlande. Zwischen Wasserläufen und Deichen wirken die Mühlen fast wie aus einer anderen Zeit.
Am Nachmittag erreichen wir Dordrecht. Die historische Stadt mit ihren Grachten, alten Häuserfassaden und kleinen Gassen lädt zu einem ersten Spaziergang ein, bevor der Abend wieder gemütlich an Bord der MS Normandie ausklingt.
Natur pur im Nationalpark De Biesbosch
Am dritten Tag führt unsere Route von Dordrecht nach Gorinchem. Schon kurz hinter der Stadt verändert sich die Landschaft deutlich: Wir fahren durch den Nationalpark De Biesbosch, eines der größten Süßwasserdeltas Europas.
Die Wege schlängeln sich durch eine ruhige, grüne Landschaft mit vielen Wasserarmen, kleinen Brücken und Schilfflächen. Immer wieder eröffnen sich schöne Ausblicke über das Wasser – ein Abschnitt, der sich ganz anders anfühlt als die eher städtischen Etappen zuvor.
Unterwegs begegnet man nur wenigen Autos, stattdessen begleiten uns Vogelstimmen und das leise Plätschern der Wasserläufe. Genau diese Mischung aus Natur und Bewegung macht den besonderen Reiz der Rad & Schiff Reisen aus.
Am Nachmittag erreichen wir schließlich die kleine Festungsstadt Gorinchem. Die historische Altstadt mit ihren alten Mauern und gemütlichen Gassen lädt zu einem entspannten Bummel ein, bevor wir den Abend wieder an Bord der MS Normandie verbringen.
Von Gorinchem nach Utrecht – eine meiner Lieblingsetappen
Die heutige Etappe führt von Gorinchem nach Utrecht und gehört für mich zu den schönsten Strecken der gesamten Reise. Schon kurz nach dem Start lassen wir die kleine Festungsstadt hinter uns und radeln durch typisch niederländische Landschaften.
Unterwegs passieren wir unter anderem Leerdam, das vielen durch seinen Käse bekannt ist, und erreichen später die Festungsstadt Vianen. Kleine Cafés und Bäckereien laden hier immer wieder zu kurzen Pausen ein – perfekt, um das Lunchpaket auszupacken oder einfach die Atmosphäre zu genießen.
Je näher wir Utrecht kommen, desto lebendiger wird es. Die Stadt gilt als das Herz der Niederlande und begeistert mit ihren Grachten, kleinen Gassen und zahlreichen Cafés rund um den Domturm. Ein Spaziergang durch die Altstadt lohnt sich auf jeden Fall.
Durch das Polderland nach Schoonhoven
Nach dem Frühstück bleibt noch etwas Zeit für einen letzten Blick auf Utrecht, bevor wir wieder aufs Rad steigen. Die heutige Strecke führt durch die typische Polderlandschaft Südhollands – weite Wiesen, kleine Kanäle und ruhige Wege prägen das Bild.
Unterwegs erreichen wir das kleine Städtchen Oudewater. Der historische Marktplatz mit seinen alten Häusern und kleinen Cafés ist ein idealer Ort für eine Pause. Besonders bekannt ist hier die sogenannte Hexenwaage, in der früher Menschen gewogen wurden, um festzustellen, ob sie der Hexerei verdächtigt wurden.
Am Nachmittag erreichen wir schließlich Schoonhoven, eine charmante kleine Stadt an der Lek, die auch als „Silberstadt“ bekannt ist. Die historische Altstadt mit ihren Grachten und Gassen bietet einen schönen Rahmen für den Abend.
Mein Tipp
Wer hier vorbeikommt, sollte unbedingt einen kurzen Stopp einlegen. Direkt am Marktplatz gibt es einen kleinen Stand mit frisch zubereitetem Kibbeling – knusprig frittierte Fischstücke, die in den Niederlanden ein beliebter Snack sind. Perfekt für eine Pause während der Radtour.
Gouda und zurück nach Rotterdam
Am nächsten Tag führt unsere Route zunächst nach Gouda. Schon von weitem lässt sich erahnen, wofür die Stadt bekannt ist: In vielen Schaufenstern und kleinen Geschäften liegen die berühmten Käselaibe, die Gouda weltweit berühmt gemacht haben.
Die Altstadt mit ihren Grachten, kleinen Plätzen und historischen Gebäuden lädt zu einem kurzen Bummel ein. Wer mag, kann hier einen Blick in einen der Käseläden werfen oder einfach das bunte Treiben auf den Straßen beobachten.
Nach der Pause setzen wir unsere Radtour fort und fahren weiter Richtung Rotterdam. Nach mehreren Tagen durch ruhige Landschaften wirkt die moderne Skyline der Hafenstadt besonders eindrucksvoll. Kräne, Hochhäuser und große Schiffe prägen das Bild – ein spannender Kontrast zu den kleinen Städten und Naturabschnitten der vergangenen Tage.
Am Nachmittag kehren wir zurück an Bord der MS Normandie und lassen den Tag entspannt ausklingen.
Ein letzter Tag rund um Rotterdam
Der letzte volle Tag der Reise bietet noch einmal verschiedene Möglichkeiten. Wer möchte, kann eine Radtour nach Delft unternehmen, bekannt für sein blau-weißes Porzellan und die historische Altstadt. Eine längere Strecke führt nach Den Haag und weiter bis zum Badeort Scheveningen an der Nordsee.
Andere nutzen die Zeit, um Rotterdam noch etwas genauer zu entdecken. Die Stadt gilt als eine der modernsten der Niederlande und überrascht mit beeindruckender Architektur, großen Hafenanlagen und einer lebendigen Atmosphäre.
Am Abend treffen sich alle noch einmal an Bord der MS Normandie. Beim gemeinsamen Abendessen und einem letzten Drink im Salon wird auf die vergangene Woche zurückgeblickt – auf abwechslungsreiche Radtouren, kleine Städte, schöne Landschaften und viele gemeinsame Erlebnisse.
Am nächsten Morgen heißt es schließlich Abschied nehmen. Nach dem Frühstück verlassen wir das Schiff – mit vielen Eindrücken aus Südholland im Gepäck.
Mein Fazit
Eine Rad & Schiffsreise durch Südholland bedeutet abwechslungsreiche Landschaften, historische Städte und viele kleine Entdeckungen unterwegs. Zwischen Grachten, Windmühlen und weiten Polderlandschaften zeigt sich die Region von ihrer besonders ruhigen und entspannten Seite.
Die Kombination aus aktiven Radtouren am Tag und gemütlichen Abenden an Bord der MS Normandie macht diese Reise zu einer besonderen Erfahrung. Eine Tour, die viele schöne Eindrücke hinterlässt.
Der Reisebericht basiert auf einer Tour im Frühjahr 2024. Die Route wird auch in dieser Saison nahezu unverändert gefahren. Lediglich der Start und Endpunkt liegt für die Saison 2026 in Rotterdam-Schiedam.